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Kürbisse: Die größten Beeren mit vielen Gesichtern

Was sind Kürbisse und welche Arten gibt es?


Seit Halloween als Event auch in Deutschland immer beliebter wird, erleben Kürbisse ein regelrechtes Comeback. In den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen lassen sie sich als Deko-Artikel, Grusel-Figuren oder für zahlreiche pfiffige Gerichte verwenden.

Für die einen sind Kürbisse vor allem das: Ausgehöhlte gruselige Gesichter, in die Ende Oktober Kerzen gestellt werden. Für die anderen dagegen ist der Inhalt der Frucht ein Hochgenuss, wenn er pikant oder süß auf Feinschmeckerart zubereitet wird.

Verschiedene Kürbisse im Holzregal
Foto: © Kurt Michel / PIXELIO – www.pixelio.de

Der Kürbis ist der dickleibige Verwandte der Gurken und Melonen. Er wird zwar oft als Gemüse angesehen, Botaniker ordnen ihn aber den Beerenfrüchten zu und zwar als die größte Beere der Welt (Panzerbeere).

Insgesamt gibt es mehr als 850 Sorten, vom kleinen Zierkürbis mit 50 Gramm bis hin zum 400 Kilo schweren Rekordkürbis. Es gibt orange und rote Früchte, aber auch grüne, bläuliche und schwarze, solche mit Streifen, Flecken und netzartigen Mustern. Kürbisse können rund, oval, flaschenförmig oder gar wie eine fliegende Untertasse ausgebildet sein.
Neben glatten Oberflächen können Kürbisse auch eine geriefte oder warzige Struktur haben. Die meisten Kürbisse sind genießbar, andere sind es definitiv nicht wegen ihrer giftigen Bitterstoffe.

Generell unterscheidet man zwischen Sommer- und Winterkürbissen. Sommerkürbisse werden in der Mitte des Jahres geerntet und sind kleiner und im Fruchtfleisch fester als Winterkürbisse. Letztere brauchen länger bis sie reif sind und werden im Herbst geerntet.



Bunte Vielfalt in Form und Farbe


Speise-, Riesen- oder Winterkürbisse
(Cucurbita maxima, Kennzeichen: runder Stiel) können bis zu 50 Kilo oder mehr auf die Waage bringen. Ihre Schale ist dick, fest und in den meisten Fällen nicht essbar. Sie entfalten ihr Aroma erst bei voller Reife. Dazu gehören: Gelber oder Roter Zentner und die so genannten Hubbard-Typen, die einen nussartigen Geschmack haben. Zu den Hubbards zählen die beliebten Hokkaidos mit aromatischem orangerotem Fleisch. Ihr Gewicht liegt zwischen anderthalb und zwei Kilogramm, sie sind sehr gut haltbar und die Schale kann mitverzehrt werden.

Drei Halloweenkuerbisse (Foto: www.kuerbis-company.de)
Halloweenkürbis, Sorte Howden (Foto: www.kuerbis-company.de)

Amerikanische Halloween-Kürbisse (Riesenkürbisse) sind sehr haltbar und durch ihre harte, ungenießbare Schale sogar über Monate lagerfähig. Auch Turbankürbisse oder Türkenmützen sowie China-Mützenkürbisse gehören zu den Winterkürbissen.


Moschus- oder Bisamkürbisse (Cucurbita moschata) sind intensiv orangerot gefärbt, haben festes Fruchtfleisch und duften nach Moschus. Die Form ist oft tief eingekerbt, flachrund, aber auch glockenförmig, hantelartig oder schlangenartig gebogen.
In jungem Zustand kann die Schale mitgegessen werden. Die Schale kann grün, braun, braungelb oder lachsrosa sein. Beispiele hierfür: Butternut, Muscade de Provence und Schlangenkürbis.
Moschuskürbis (Foto: www.kuerbis-company.de)
Moschuskürbis, Sorte Muscade de provence (Foto: www.kuerbis-company.de)
Patissons, Muskatkürbis, Zucchini und Speisekürbis auf Gras
Patissons, Muskatkürbis, Zucchini, Speisekürbis (Foto: © Kunibert / PIXELIO – www.pixelio.de)
Garten-, Sommer- oder Ölkürbis (Cucurbita pepo, Kennzeichen: eckiger Stiel). Sie werden in der Regel unreif geerntet und verarbeitet. In diesem Zustand besitzen die Kürbisse eine weiche, essbare Schale. Ihr Fruchtfleisch ist fester und weniger mehlig als das der Winterkürbisse. Am besten schmecken sie jung geerntet. Zu dieser Art gehören: Zucchini, Rondini (Nizzakürbis), Spaghettikürbis, Patisson (Melonenkürbis, Kaisermütze, Courge, Melonensquash, Zapalo). Der Patisson ist vermutlich eine Kreuzung zwischen Gurke und Kürbis. Ihr Fruchtfleisch ist zarter als das der Zucchini. Weitere Sorten: Eichelkürbis, Ölkürbis und Steierischer Ölkürbis.




Welche Kürbissorte hat welchen Geschmack?

Der Hokkaido-Kürbis ist handlich und hat einen kastanienartigen Geschmack. Man kann ihn füllen - zum Beispiel mit Zwiebeln, Äpfeln und Kasseler, oder mit roten Linsen, Trockenfrüchten, Ingwer, Chili und einem Guss aus Eiern und Sahne. Hokkaidokürbis auf Stroh (Foto: www.kuerbis-company.de)
Hokkaido, Sorte Uchiki Kuri
Butternut, enthält reichlich cremiges Fruchtfleisch, das an Avocado erinnert. Eignet sich gut für Suppen, Soßen und Aufläufe.  Zwei Butternutkürbisse auf Stroh (Foto: www.kuerbis-company.de)
Butternut, Sorte Pilgrim
Die Bischofsmütze hingegen ist mit festem, eher trockenem Fleisch bestückt. Sie lässt sich aber gut füllen.
Bischofsmütze auf Stroh (Foto: www.kuerbis-company.de)
Bischofsmütze
Das "Ufo" (Patisson) schmeckt so ähnlich wie Zucchini oder Gurke und ist nicht sehr haltbar. Sein Fleisch ist eher wässrig.  Drei "Ufo"-Kürbisse auf Stroh (Foto: www.kuerbis-company.de)
Sorte Patisson Orange
Der bekannte Riesenkürbis gilt als Halloween-Symbol. Ganz zu Recht: Er eignet sich vor allem zur Laternen-Herstellung, ist aber nicht besonders schmackhaft. Beleuchtete Kürbislaternen (Foto: www.kuerbis-company.de)
Beleuchtete Halloween-Kürbisse
Zucchini haben - wenn sie nicht zu groß sind - ein feines nussartiges Aroma. Es kommt roh am besten zur Geltung. Am leckersten sind die Früchte in jungem Zustand, wenn sie zwischen zehn und 20 Zentimeter lang sind. Zwei Zucchini auf Stroh (Foto: www.kuerbis-company.de)
Zucchini, Sorte Alborello di Sarzana
(Fotos: www.kuerbis-company.de)
Ruth Rösch, Attendorn

Artikel erstellt: 26.07.2006
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