Jede Nuss ist anders
Was zeichnet die einzelnen Nusssorten aus?
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Nüsse sind in erster Linie essbare Samenkerne von Früchten (Schalenobst), gehören aber zum Teil anderen botanischen Familien an. Wer ist wer im großen Sortiment? Eine Übersicht verrät Ihnen das Wichtigste über Aussehen, Angebotszeit und Geschmack der einzelnen Nusssorten.
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Verschiedene Nüsse
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Ganz oder in zerkleinerter Form sind die meisten Nusssorten das ganze Jahr über erhältlich. Über die Eigenheiten der folgender Nusssorten können Sie sich hier informieren:
Cashewkerne (Kaschukerne, Cashewnuts, Cashewnüsse)
Esskastanien (Edelkastanien, Maronen)
Erdnüsse
Haselnüsse
Kokosnüsse
Macadamianüsse
Mandeln
Paranüsse (Brasilnüsse, Steinnüsse)
Pekannüsse (Hickorynüsse)
Pinienkerne
Pistazien
Walnüsse
Cashewkerne (Kaschukerne, Cashewnuts, Cashewnüsse)
Ihr mild süßer, besonders feiner Geschmack macht sie so beliebt. Die kleinen, nierenförmigen Nüsse sind Bestandteil des Kaschu-Apfels (daher auch die Bezeichnung "Kerne") und ursprünglich von einer festen, ledrigen Schale umgeben.
Cashewkerne gibt es unbehandelt oder geröstet und gesalzen. In der Regel sind sie geschält. Sie sind auch in Nussmischungen, Back- und Süßwaren enthalten.
Angebotszeit: ganzjährig
Die Erdnuss ist eigentlich gar keine Nuss, denn sie gehört botanisch wie die Erbse oder Bohne zu den Hülsenfrüchten. Die Fruchtschoten (die man als "Schale" mit den Fingern leicht knacken kann) enthalten meist zwei Kerne. Ihr typischer Geschmack entwickelt sich erst nach dem Rösten. Sie eignen sich besonders für Soßen und Käsegebäck, haben aber auch eine große Bedeutung als Knabberartikel und Bestandteil von Süßwaren. Es gibt sie in Schale, geschält, geröstet und gesalzen sowie geröstet und ungesalzen.
Tipp: Wenn Sie häufig und in größeren Mengen Erdnüsse knabbern, bevorzugen Sie ungesalzene Nüsse.
Angebotszeit: ganzjährig
Esskastanien (Edelkastanien, Maronen)
Esskastanien sind etwas kleiner als die bekannten Rosskastanien, mit denen sie übrigens nicht verwandt sind. Ihre holzig, ledrige, dunkelbraune Schale hat an einem Ende einen hellen Fleck, den Nabel, am anderen Ende eine kurze Spitze. Es gibt eine große Anzahl von Sorten, die örtliche Bezeichnungen tragen. Esskastanien enthalten reichlich Stärke und relativ viel Zucker. Durch Kochen, Rösten oder andere Zubereitungsformen entwickeln sie ihr typisches, leicht süßliches Aroma, werden weich und schmackhaft. Sie eignen sich zum Essen "auf der Hand" und als Beilagen zum Beispiel für Gänsebraten. Industriell werden auch Maronenkonserven, -püree und kandierte Esskastanien (marrons glacés) hergestellt.
Angebotszeit: Frischware von September bis März, geschälte Ware ganzjährig.
Man unterscheidet zwei Arten: die rundlichen Zellernüsse und die länglichwalzenförmigen Lambertsnüsse. Der kleine feste Nusskern ist von einer braunen verholzten Schale umgeben. Haselnüsse schmecken am besten kurz nach der Reife, ihr Geschmack ist mild und aromatisch. Lagern die Nüsse lange, schwindet ihr milder Geschmack. Haselnüsse eignen sich für Obstsalate und Wildgerichte. Im Handel sind sie hauptsächlich als ganze, geschälte Nüsse und in zerkleinerter Form (gehobelt und gemahlen, insbesondere als Backzutat). Frische Nüsse sind innen weiß und haben keinen größeren Hohlraum. Nüsse mit einer hellen, leicht grauen Schale enthalten meist keinen oder nur einen kümmerlichen Kern.
Tipp: Längliche Sorten schmecken besser als runde!
Angebotszeit: ganzjährig, Hauptangebotszeit: September bis Dezember
Diese fast kopfgroßen Früchte aus den tropischen Regionen sind weltweit verbreitet. Jede reife Kokosnuss ist von einer grünen Außenschale und einer dicken Faserschicht umgeben, die vor dem Versand überwiegend entfernt werden. Der harte Steinkern ist die eigentliche Kokosnuss. Sie ist hohl und mit Kokoswasser gefüllt, die leicht süßlich schmeckt und sich bei zunehmender Reife zu dem weißen Kernfleisch verfestigt. Dieses schmeckt seifig, wenn die Milch völlig eingetrocknet ist. Deshalb sollten Sie frische Kokosnüsse bald verbrauchen! Machen Sie beim Kauf den Schütteltest, denn das Wasser sollte man "hören" können. Um das Fruchtfleisch zu essen, muss man die harte Schale öffnen, was eine Kunst für sich ist. Zu kaufen gibt es neben den ganzen Nüssen auch Kokosraspel und -flocken, ferner sind die Nüsse Bestandteil von Gebäck (Makronen), Müsli und Süßwaren.
Angebotszeit: ganzjährig
Die Früchte der aus den Regenwäldern Australiens stammenden Macadamiabäume ähneln Kastanien mit einer dicken dunkelbraunen Schale. Diese ist so hart, dass sie mithilfe von Maschinen geknackt werden muss. Der kugelige cremefarbene Nusskern hat einen feinen mild süßen Geschmack. Die Nüsse werden meist geröstet, gesalzen und vakuumverpackt angeboten.
Die Früchte ähneln abgeflachten unreifen Pfirsichen, enthalten einen glatten Steinkern, der jeweils nur einen Samenkern - die Mandel - umschließt. Man unterscheidet süße von bitteren Mandeln. Süße Mandeln kommen entweder als geschälte Mandeln oder als so genannte Krachmandeln (Mandeln in der Schale) auf den Markt. Die geschälten Mandeln sind teilweise auch gehäutet und werden unbehandelt, in zerkleinerter Form zum Backen und Kochen oder geröstet und gesalzen als Snack verwendet. Bittere Mandeln, die eine gesundheitsschädigende Vorstufe der Blausäure enthalten, werden zur Herstellung von Aromastoffen verwendet. Sie dürfen nicht roh verzehrt werden! Der natürliche Gehalt in Bittermandeln beträgt rund zwei Prozent.
Tipp: Mandeln aus dem Mittelmeerraum schmecken aromatischer als kalifornische (leider ist die Herkunft meist nicht auf der Verpackung angegeben).
Angebotszeit: Kerne ganzjährig, Frischware Februar bis März
Paranüsse (Brasilnüsse, Steinnüsse)
Die dreikantigen Paranüsse haben eine ähnliche Form wie Orangenspalten, und ähnlich wie bei einer Orange sitzen die Nüsse zu 10 bis 20 Stück fächerförmig in Früchten, die Spots genannt werden. Paranüsse haben eine sehr harte Schale, die schwer zu öffnen ist. Der leicht erdig mandelartig schmeckende Samen hat eine bräunlich rote Haut und empfiehlt sich besonders für die Zubereitung von Nussbrot und Salat. Zu kaufen gibt es ungeschälte, geschälte und polierte Nüsse.
Angebotszeit: ganzjährig, Hauptangebotszeit: Schwerpunkt Oktober bis Dezember
Die Pekannuss ist mit der Walnuss verwandt. Allerdings ist sie schlanker (erinnert an übergroße Eicheln) und hat eine dünnere, glatte Außenschale, die sich leicht knacken lässt. Ihr essbarer Kern ist milder, fester und hat ein feineres Aroma als der Kern der Walnuss. Er ist besonders für Geflügelfüllungen, Käsecremes und sowohl süße als auch pikante Salate zu empfehlen. In den USA fehlen die Nüsse auf keiner Knabberplatte. Für die Indianer war diese Nuss seit Urzeiten Nahrung für den Winter. Die amerikanischen Astronauten der Apolloflüge nahmen sie als einzige Frischkost mit in den Weltraum.
Tipp: Pekannüsse können Sie für den längerfristigen Vorrat kaufen, denn sie sind bei 4 bis 8 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 75 bis 80 Prozent bis zu 12 Monaten haltbar!
Angebotszeit: ganzjährig
Die kleinen Samenkerne der Schirmpinie haben einen mandelähnlichen Geschmack mit einem leicht harzigen Aroma. Sie passen besonders gut zu Spinatgerichten und haben seit langem einen festen Platz in der mediterranen Küche. Aufgrund der aufwändigen Produktion und des geringen Ertrags sind Pinienkerne teuer. Seit einiger Zeit drängen allerdings verstärkt billige Pinienkerne aus Asien auf den deutschen Markt. Sie stammen aber von einer anderen Kiefernart ab, enthalten mehr Fett und werden schneller ranzig als die Pinienkerne vom Mittelmeer. Chinesische Pinienkerne enthalten nur höchstens halb so viel Eiweiß und Mineralstoffe wie die aus Spanien und schmecken eher neutral. In Deutschland gibt es keine Kennzeichnungsnormen zur Qualität der Pinienkerne. Das Herkunftsland muss auf der Packung nicht angegeben sein. Vorsicht also vor Billigware bei einem Händler, der keine Auskunft über Qualität und Herkunft der Pinienkerne geben kann!
Angebotszeit: ganzjährig
Die etwa haselnussgroßen Samen der Steinfrüchte des Pistazienbaumes sind rund, mandelförmig oder oval. Sie sind mit den Cashewkernen verwandt, haben eine hellgrüne Farbe und einen feinen, milden Nussgeschmack. Ungeschälte Pistazien von guter Qualität erkennt man daran, dass fast alle Schalen an der Naht aufgesprungen sind. Pistazien werden roh, geröstet und gesalzen verzehrt und für Brot, Gebäck, Speiseeis, Obstsalat, Gemüsegerichte, Müsli und Wurst verwendet.
Tipp: Große, lange Pistazien sind meist wohlschmeckender als kleine runde!
Angebotszeit: ganzjährig
Walnüsse sind zwei bis drei Zentimeter große, runde hellbraune Nüsse. Die hellbraune Außenschale ist netzig gerunzelt, sie kann dick oder papierdünn sein. Ihre ausgeprägte Naht lässt sich mit dem Nussknacker leicht öffnen und gibt zwei Schalenhälften frei. Der unregelmäßig geformte, weißgelbe Kern schmeckt herbsüß und hat eine goldbraune, bittere Haut. Walnüsse lassen sich gut für Obstsalate, Weihnachtsgebäck und Makronen verwenden.
In den Handel kommen:
- Grüne Walnüsse (Schälnüsse) als frische, ungetrocknete Nüsse. Die hellbraune Haut der Kerne schmeckt etwas bitter. Im Gegensatz zu den getrockneten Walnüssen kann sie bei den Schälnüssen noch abgezogen werden. Die Kerne schmecken dann nicht mehr bitter.
- getrocknete Walnüsse in Schale, sie sind am häufigsten im Angebot,
- geschälte Nusskerne (zum Beispiel als Backzutat).
Angebotszeit: ganzjährig, Hauptangebotszeit: Oktober bis Januar
Ruth Rösch, Attendorn