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Hände weg von Nüssen mit atypischem Geruch oder Geschmack!

Verschimmelte und ranzige Nüsse - wie groß ist die Gefahr?


Nüsse sind - in Maßen verzehrt - lecker und gesund. Aber Vorsicht: Werden sie falsch gelagert, können sie ranzig werden, schimmeln und somit gesundheitsschädliche Stoffe bilden.

Zu diesen Stoffen gehören die Schimmelpilzgifte, so genannte Mykotoxine. In die Schlagzeilen gerieten aus dieser Gruppe in den letzten Jahren immer wieder Aflatoxine. Sie sind deshalb so gefährlich, weil sie giftig und Krebs erregend sind - sie können vor allem Leber- und Nierenkrebs auslösen. Schimmelpilze wachsen besonders gut bei mäßigen oder warmen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung. Unter diesen Bedingungen produzieren sie immer mehr Giftstoffe. Vorsicht: Kochen, Backen oder Braten kann die schädlichen Wirkungen der Pilzgifte nicht ausschalten!

Stichprobenanalysen des Umweltministeriums im Einzelhandel ergaben, dass sich die Lage insgesamt leicht verbessert hat. Besonders Pistazien sind aber oft vom Schimmel befallen (etwa drei bis vier Prozent sind nicht einwandfrei), darüber hinaus Erdnüsse, Mandeln und Paranüsse. Das Umweltministerium rät: "Sollten Sie bei einer Nuss einen atypischen Geschmack feststellen: Nicht schlucken, sondern spucken!"
Leider ist es mit der heutigen Technik nicht möglich, das Vorkommen von Aflatoxinen in Lebensmitteln vollständig zu vermeiden. Auf der anderen Seite wird jemand, der einmal eine schlechte Nuss erwischt hat, deshalb nicht sofort krank werden. Und in der Regel bewahrt uns unser sensibler Geschmackssinn davor, größere Mengen verdorbener Produkte zu essen.   
 Paranuss
 Nüsse verderben sehr
 leicht - dann entstehen
 giftige Stoffe 

Bei ranzigen Nüssen ist das enthaltene Fett verdorben. Unter dem Einfluss von Licht, Sauerstoff und Feuchtigkeit werden die Fette zersetzt und es entstehen Abbauprodukte, die nicht nur schlecht riechen und schmecken, sondern zum Teil auch gesundheitsschädlich sind. Auch hierbei bewahrt unser sensibler Geruchs- und Geschmackssinn uns in der Regel davon, ranzige Nüsse in größeren Mengen zu verzehren. Geschieht das dennoch, können Magen-Darm-Verstimmungen die Folge sein.

Für Kleinkinder gilt: Vorsicht bei bitteren Mandeln

Bittermandeln enthalten unter anderem Amygdalin, das im Körper zu der giftigen Blausäure umgewandelt wird. Sie sind daher roh nicht zum Verzehr geeignet. Vorsicht ist vor allem bei Kleinkindern geboten, denn fünf bis sechs Bittermandeln können für sie bereits tödlich sein! Durch Kochen und Backen verflüchtigt sich die Blausäure und es sind keine gesundheitliche Schäden zu befürchten. Das aus Bittermandeln gewonnene Bittermandelöl ist ebenfalls weitestgehend von Blausäureverbindungen befreit und daher ungefährlich.

Ruth Rösch, Attendorn

Artikel erstellt: 30.09.2005
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