Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum  |  AGB  |  Hilfe
Kirschen
ErzeugungVerarbeitungEinkauf und KennzeichnungZubereitung und LagerungGesund EssenVerbraucherschutz

Expertenforum: Sie fragen - aid antwortet    «zurück

Frage von Anonymous am 25.01.2006 18:11 Uhr

Risiko Obst?

Hallo,
man hört ja in letzter Zeit wieder soviel vom pestizidverseuchten Obst in Discountern. Nun esse ich sehr gern sehr viel Obst und kann es mir einfach noch nicht leisten (bin Studentin) alles im Reformhaus oder im Bioladen zu kaufen.

Was kann ich tun? Wie groß ist die Gefahr wirklich? Vor allen Dingen würde mich die Situation bei heimischen Äpfeln interessieren.

Expertenantwort von Maike Groeneveld am 01.02.2006 14:10 Uhr

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

ich kann gut nachvollziehen, dass Sie nicht alles Obst im Bioladen kaufen können. Dies ist auch gar nicht nötig, denn die Pestizidbelastung ist nicht so hoch, wie es oftmals in den Medien dargestellt wird. Und auch die Gesundheitsgefährdung durch Pestizide wird von vielen überbewertet. Für die langfristige Erhaltung der Gesundheit ist es viel wichtiger, sich insgesamt gesund ernähren, als dass man möglichst alle Schadstoffe vermeidet.

Die Frage, wie stark Äpfel mit Pestiziden belastet sind, wurde vor ein paar Tagen in einem ganz aktuellen Bericht des Lebensmitteluntersuchungsamtes Stuttgart umfassend dargestellt. Demnach enthalten zwar fast alle untersuchten Äpfel Rückstände von Pestiziden, aber dies nur in sehr geringen Mengen. Die Untersuchungsmethoden sind heutzutage sehr empfindlich und es wird praktisch jede Spur entdeckt. Nur bei 4 % der Proben wurden die Höchstmengen überschritten. Eine Überschreitung der Höchstmenge bedeutet aber auch nicht, dass die Menge schon gesundheitsgefährdend ist, denn es gibt einen sehr großen Sicherheitsabstand.

Die Behörde kam zum Schluss: „Eine gesonderte toxikologische Bewertung der festgestellten Rückstände ergab, dass auch unter Berücksichtigung der Mehrfachrückstände der Großteil der Proben (95%) als gesundheitlich unbedenklich zu beurteilen ist. Nach einer genaueren toxikologischen Analyse waren letztlich sieben Proben als toxikologisch nicht unbedenklich einzustufen, wobei dies stets auf einen einzelnen Wirkstoff zurückzuführen war.“ Den Original-Untersuchungsbericht finden Sie
hier

Es ist beim besten Willen nicht möglich, sich vollkommen schadstofffrei zu ernähren. Man kann aber versuchen, durch eine möglichst breit gefächerte Lebensmittelauswahl das Risiko für eine zu hohe Belastung zu vermindern. Zudem könnten Sie z. B. versuchen, Obst entsprechend der Saison und aus Deutschland zu kaufen, denn das ist im allgemeinen am wenigsten belastet. Wenn Sie zudem das Obst vor dem Verzehr gut waschen, dann dürften kaum noch Schadstoffe drin sein.

Einen Saisonkalender, aus dem Sie entnehmen können, welches Gemüse und Obst zur Zeit Saison hat, finden Sie hier

Zudem sollten Sie in diesem Zusammenhang auch beachten, dass die Gesundheit mehr durch eine ungünstige Zusammensetzung des Speiseplans als durch Schadstoffe bedroht ist. Tipps für einen abwechslungsreichen und gesunden Speiseplan finden Sie hier

und in der aid-Broschüre

Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE (auch im download erhältlich)

Weitere Informationen wie man Rückstände vermeiden kann finden sie

hier

und

hier (download)

sowie in der aid-Broschüre

In Lebensmitteln unerwünscht – Rückstände, Verunreinigungen, Schadstoffe (auch im download erhältlich)

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

Stichworte: Obst, Schadstoffe, Rueckstaende, Pestizide

Curve Bottom Left