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Aroniabeere, Aronia-Nektar; Trockenfrüchte allgemein
Hallo,
ich hab in letzer Zeit vermehrt Berichte über die Aroniabeere (und konkret über einen vertriebenen Aronia-Nektar) in den Medien gelesen.
Lohnt sich der Verzehr von Aroniabeeren haltigem Saft oder anderen Aroniabeeren-Produkten (oder der getrockneten Beeren) hinsichtlich des gesundheitlichen Wirkungen? Ich habe nur die Werbung des Herstellers gefunden und hätte zur Beere allgemein gerne von Ihnen unabhängige Informationen.
Inwieweit gehen die beworbenen positiven Bestandteile der Aroniabeere in einen Saft über? Oder muß man die frische oder getrocknete Frucht verzehren?
Wie schätzen Sie das Preis-Leistungsverhältnis im Vergleich zu anderen Beeren ein? Die Aroniabeere ist ja nicht gerade günstig.
Wie sieht es allgemein mit dem Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen und Mineralien von Trockenfrüchten im Vergleich zur frischen Frucht aus. Ich vermute, daß Mineralien unverändert vorhanden sind, sekundäre Pflanzenstoffe leicht reduziert und Vitamine stark reduziert. Richtig?
Vielen Dank und viele Grüße
Karbon
Sehr geehrter Fragesteller!
Zu Ihrer 1. Frage: Aroniabeeren
Als frische Frucht hat die Aroniabeere eher eine geringe Bedeutung, da sie aufgrund ihres herben und adstringierenden Geschmacks für den rohen Verzehr nicht geeignet ist. Deshalb wird sie vorangig als Bestandteil von Säften, Gelees oder Konfitüren eingesetzt. Gelegentlich wird die Aroniabeere auch zum Färben von Speiseeis o.ä. eingesetzt.
Nach neueren Forschungen hat die Aroniabeere einen sehr hohen Gehalt an Flavonoiden und Anthocyanen (eine besondere Form der Flavonoiden). Diese Stoffe zählen zu den natürlichen Pflanzenfarbstoffen, die eine starke antioxidative Wirkung haben. Antioxidantien sind wiederum Verbindungen, die freie Radikale "abfangen" können und damit vermutlich auch Krebsvorbeugend wirken. Zudem wird ihnen eine antimikrobielle Wirkung gegen Bakterien und Pilze nachgesagt. Anthocyane sind weitgehend hitzestabil und kommen also auch noch im Saft vor.
Aber Aroniabeeren sind nicht die einzigen Quellen für Anthocyane. Die bei uns heimischen Beerenfrüchte (Heidelbeeren, Brombeeren, schw. Johannisbeeren) enthalten diese Substanzen ebenfalls in nennenswerten Mengen.
Die gesundheitlichen Wirkungen von Aroniabeeren werden in Herstellerinformationen oft überbewertet. Ich empfehle Ihnen, auf eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung zu achten. Essen Sie viel Gemüse und Obst (empfohlen werden 600 g am Tag) und stellen Sie sich Ihren Speiseplan abwechslungsreich zusammen. So ist am Besten gewährleistet, dass Sie alle lebenswichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe mit positiver gesundheitlicher Wirkung aufnehmen.
Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Internetseiten
Lebensmittellexikon
MDR
Weitere Informationen zu gesundheitsfördernden Stoffen in Lebensmitteln finden Sie auf
talking food.de
Weitere Informationen zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung finden Sie in der
aid-Ernährungspyramide
und in der aid-Broschüre
Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE (auch im download erhältlich)
Zu Ihrer 2. Frage: Trockenfrüchte
Ihre Vermutung ist richtig: Bei Trockenfrüchten bleiben die Mineralien erhalten und Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe sind teilweise leicht reduziert.
Trockenobst ist durch Trocknung haltbar gemachtes Obst. Dadurch ist der Wassergehalt stark reduziert, und zwar etwa auf ein Fünftel.
Aufgrund des geringeren Wassergehaltes enthalten Trockenfrüchte bezogen auf eine Gewichtseinheit (z. B. auf 100 g) teilweise mehr Vitamine und Mineralstoffe als ihre frischen Ausgangsprodukte.
Trockenobst kann also durchaus einen gesunden Beitrag zur täglichen Versorgung mit diesen Nährstoffen leisten. Dabei sollte aber berücksichtigt werden, dass auch der Energiegehalt konzentriert ist. Mit 100 g Trockenobst nimmt man nicht nur mehr Vitamine und Mineralstoffe sondern auch 4-5 x mehr Energie (also Kalorien) auf als mit der gleichen Menge frischem Obst. Frische Äpfel liefern 55 kcal/100 g, getrocknete 264. Frische Pflaumen enthalten 50 kcal/100 g, Trockenpflaumen 227.
Weitere Informationen finden Sie im
Lebensmittellexikon
Weitere Informationen zu Obst finden Sie in der aid-Broschüre
Exoten und Zitrusfrüchte (auch im download erhältlich)
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Maike Groeneveld, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin
Stichworte: Aroniabeere, Vitamine, sekundaere Pflanzenstoffe, Trockenfruechte













