Expertenforum: Allergien vorbeugen «zurück
Welche Brotsorten sind geeignet?
Hallo!
Ich würde bei meinem Sohn (9 Monate) gerne bald mit der ersten Brotmahlzeit beginnen. Welche Brotsorten, besonders Vollkornvarianten, sind geeignet? Brot mit ganzen Körnern schließe ich mal aus, da er erst zwei Zähne hat...
Was gibt es Brotbelag? Nur Butter? Außerdem würde mich interessieren, ob Brot salzhaltig ist, da Kinder ja so wenig Salz wie nur möglich bekommen sollten. Gibt es Möglichkeiten, Brot selbst zu backen (welche Mehle bzw. Getreidesorten sind geeignet?)?.
Ich möchte meinen Sohn bis zum ersten Lebensjahr gerne glutenfrei ernähren, wenn möglich.
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Sehr geehrte/r Fragesteller/in,
mit 9 Monaten können Sie Ihren Sohn allmählich an die ganz normale Familienkost gewöhnen. Die ersten Zähne hat er ja schon.
Ihr Sohn kann ohne Bedenken morgens und abends eine Brotmahlzeit genießen. Bestreichen Sie Brot oder Brötchen, möglichst oft aus Vollkorn, dünn mit Butter, Margarine oder Frischkäse und schneiden Sie es in mundgerechte Stücke, sodass Ihr Kind es ganz allein essen kann. Oder geben Sie ihm ein nicht zu weiches Brötchen, das es mit den Fingern zerreißen, abbeißen oder lutschen kann.
Zwei Zähne reichen dazu völlig aus. Der Salzgehalt des Brotes ist in den Empfehlungen berücksichtigt und braucht nicht eingespart zu werden bzw. schadet ihm nicht. Auch Knäckebrot lieben fast alle Kinder! Welche Brotsorte Sie wählen, ist also Ihnen überlassen. Das Brot sollte aber möglichst oft aus Vollkorngetreide und zudem fein ausgemahlen sein, so dass Ihr Kleiner es gut kauen kann. Wechseln Sie bei der Auswahl des Brotes ruhig die Getreidesorten wie z. B. Weizen, Dinkel, Roggen.
Natürlich können Sie auch selbst das Brot backen. Rezepte dazu finden Sie im Buchhandel oder Ihrer örtlichen Bücherei. Auch glutenfreie Backrezepte finden Sie dort.
Zur Vorbeugung einer Zöliakie ist die Vermeidung des Glutens im ganzen ersten Lebensjahr allerdings nicht zweckmäßig. Ich würde Ihnen daher abraten Ihr Kind glutenfrei zu ernähren.
In Bezug auf das Zöliakierisiko gibt es folgende Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung:
„In der Entwicklung verschiedener Erkrankungen scheint die frühkindliche Ernährung eine wichtige Rolle zu spielen. Zahlreiche Studienergebnisse sprechen dem Stillen einen präventiven Effekt zu, auch hinsichtlich der Entwicklung einer Zöliakie. Die aktuelle Empfehlung zur Einführung der Beikost bei Säuglingen besagt, glutenhaltige Beikost nicht vor dem 6. Lebensmonat in den Speisenplan einzuführen. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Mütter bereits abgestillt. Neue Studienergebnisse zeigen die Tendenz, dass sich bei Säuglingen mit genetischer Disposition für Zöliakie die Einführung von Gluten während der Stillphase als günstig erweist, und zwar im Zeitfenster zwischen dem 4. und dem 6. Lebensmonat des Säuglings. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund empfiehlt als Maßnahme zur Vorbeugung der Entwicklung einer Zöliakie, glutenhaltige Beikost in kleinen Mengen einzuführen, und zwar vorzugsweise, solange der Säugling noch gestillt wird. Offizielle Empfehlungen sind nach Auswertung der Studie PreventCD zu erwarten." (Das vollständige Presseinfo finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)
Sie können daher, wenn Ihr Kind keine genetische Disposition für Zöliakie hat, nach dem 6. Monat im Rahmen des Milch-Getreide-Breis auch glutenhaltige Getreide verwenden, wie beispielsweise Weizen, Roggen oder Hafer.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin













