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Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von letizia am 12.03.2010 22:16 Uhr

Obstbeikost

Liebes Aid-Team
Mein Sohn ist 5 Monate alt, wurde bisher voll gestillt und ist allergiegefährdet.Nun habe ich noch einige offene Fragen:
Wie lange und bei welcher Temperatur soll ich Obstpüree kochen bzw erhitzen um noch Vitamine zu erhalten und soll man die Schale von Äpfeln oder Birnen hierbei entfernen?,ab wann kann ein Kind rohes Obst geniessen?,wann empfehlen Sie Gluten einzuführen?,ab wann darf man Brot geben und welche Sorte eignet sich gut?Welches Öl eignet sich gut für die Beikost oder Butter?
Vielen Dank für`s Beantworten!

Expertenantwort von Claudia Thienel am 15.03.2010 17:38 Uhr

 

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

zu empfehlen ist, mittags mit der Beikost zu beginnen, in Form eines Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis. Am besten geben Sie Ihrem Kind zunächst einige Löffel Gemüsebrei, z. B. Pastinake oder Möhre und fügen dann nach und nach Fleisch, Öl und Kartoffeln hinzu. Wenn Ihr Sohn den Mittagsbrei ganz aufisst, könnten Sie ihm abends einen Getreide-Milch-Brei geben. Wechseln Sie die Brei-Zutaten nicht oft, belassen Sie es zunächst bei einer Gemüseart, z. B. Möhren. Kinder brauchen keine große Abwechslung im Speiseplan. Geeignete Rezepte für die Beikost finden Sie auf der Seite des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund.

Zu Ihrer 1. Frage: Obstpüree, ab wann rohes Obst?

Sie können gerne rohes Obst für Ihr Kind verwenden, dieses sollte vor dem Pürieren allerdings geschält werden. Falls ein Allergierisiko bei Ihrem Kind besteht, empfehle ich Ihnen, das Obst am Anfang kurz für 1-2 Minuten zu dünsten, ansonsten können Sie es auch gerne roh pürieren bzw. fein reiben.

Zum Dünsten erhitzen Sie das vorgeschnittene Obst in einem flachen, breiten Topf, und geben anschließend wenig Wasser zu. Den Topf mit einem Deckel gut verschließen und vor Ende der Garzeit nicht wieder öffnen.

Zu Ihrer 2. Frage: Einführung glutenhaltiger Lebensmittel

Die aktuelle Empfehlung zur Einführung der Beikost bei Säuglingen besagt, glutenhaltige Beikost etwa ab dem 6. Lebensmonat mit dem Milch-Getreide-Brei in den Speisenplan einzuführen. Bei einem Zöliakierisiko zwischen dem 4-6 Monat.

In Bezug auf das Zöliakierisiko gibt es folgende Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung:

„In der Entwicklung verschiedener Erkrankungen scheint die frühkindliche Ernährung eine wichtige Rolle zu spielen. Zahlreiche Studienergebnisse sprechen dem Stillen einen präventiven Effekt zu, auch hinsichtlich der Entwicklung einer Zöliakie. Die aktuelle Empfehlung zur Einführung der Beikost bei Säuglingen besagt, glutenhaltige Beikost nicht vor dem 6. Lebensmonat in den Speisenplan einzuführen. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Mütter bereits abgestillt. Neue Studienergebnisse zeigen die Tendenz, dass sich bei Säuglingen mit genetischer Disposition für Zöliakie die Einführung von Gluten während der Stillphase als günstig erweist, und zwar im Zeitfenster zwischen dem 4. und dem 6. Lebensmonat des Säuglings. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund empfiehlt als Maßnahme zur Vorbeugung der Entwicklung einer Zöliakie, glutenhaltige Beikost in kleinen Mengen einzuführen, und zwar vorzugsweise, solange der Säugling noch gestillt wird. Offizielle Empfehlungen sind nach Auswertung der Studie PreventCD zu erwarten." (Das vollständige Presseinfo finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)

Zu Ihrer 3. Frage: Einführung von Brot - welche Sorte ist geeignet

Ab dem 10. Monat können Sie Ihr Baby langsam an die ganz normale Familienkost gewöhnen. Dazu gehört dann die Einführung von Brot-Milch--Mahlzeiten morgens und abends. Das Brot/ Brötchen sollte möglichst oft aus Vollkorngetreide und fein ausgemahlen sein. Es wird dünn mit Butter oder Margarine bestrichen in Kombination mit 150 ml Vollmilch aus dem Trinklernbecher angeboten.

 

Zu Ihrer 4. Frage: Welches Fett für die Beikost?

Das Pflanzenöl im Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei versorgt Ihr Kind mit lebenswichtigen Fettsäuren. In diesen Brei gehören nach den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung, Dortmund, 8-10 g Pflanzenöl, z. B. Rapsöl. Sollte dieser Zusatz bei Fertigprodukten fehlen (siehe Zutatenliste) oder nicht in ausreichender Menge enthalten sein, sollten Sie dies ergänzen.

Rapsöl ist in der Säuglingsernährung erste Wahl. Es ist geschmacksneutral und enthält reichlich Omega-3-Fettsäuren, die Babys gesunde Entwicklung fördern. In der Säuglingsernährung sollten aus Sicherheitsgründen raffinierte Speiseöle bevorzugt werden.

In dem nachmittäglichen Getreide-Obst-Brei können Sie neben 20 g Vollkorn-Getreideflocken, 90 g Wasser und 100 g Obstpüree auch 5 g Butter anstatt Öl verwenden.

Tipps und Informationen für eine Vorgehensweise zur Einführung der Beikost finden Sie in unserem Beitrag "Die erste Beikost - wie mache ich es richtig?"

Informationen und Tipps zur Beikosteinführung finden Sie außerdem auf den Seiten des Forschungsinstituts für Kinderernährung unter folgendem Link:

FKE: Beikost

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Thienel, Diplom-Ernährungswissenschaftlerin

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