Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum  |  AGB  |  Hilfe
Kirschen
ErzeugungVerarbeitungEinkauf und KennzeichnungZubereitung und LagerungGesund EssenVerbraucherschutz

Expertenforum: Allergien vorbeugen    «zurück

Frage von marion11 am 12.07.2010 11:36 Uhr

Allergievorbeugung - HA Nahrung und Glutenverzicht sinnvoll?

Hallo liebes Expertenteam,
eine Bekannte von mir hat einen 7 Monate alten Sohn, der Allergiegefädert ist, da ihre Tochter Zöliakie hat. Jetzt hat sie mir erzählt, dass sie ihrem Sohn kein glutenhaltiges Getreide geben willen und weiter die HA-Säuglingsmilch verwenden möchte. Ich habe allerdings mal gehört, das es gut ist früh glutenhaltiges Getreide einzuführen. Ist das rihtig? Wie sieht es mit der HA-Milch aus? Vielen Dank für ihre Antwort.
Gruß Marion J.

Expertenantwort von S. Laemmel am 12.07.2010 13:10 Uhr

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage. Schön, dass Sie sich für Ihre Freundin erkundigen. Vielleicht hat sie ja auch mal Zeit im Forum vorbeizuschauen.

Der Sohn Ihrer Bekannten ist nicht allergiegefährdert, wenn die Tochter eine Zöliakie hat. Er trägt dann "nur" ein erhöhtes Risiko eine Zöliakie zu entwickeln, aber keine Allergien.

Familienangehörige ersten Grades eines Zöliakie/Sprue-Patienten haben ein 10-15fach höheres Risiko als die Normalbevölkerung, an einer Zöliakie/Sprue zu erkranken. Das bedeutet wenn Sie, Ihr Mann oder ein Geschwisterkind Ihres Sohnes eine Zöliakie hätten, würde ein Risiko bestehen.

In Bezug auf das Zöliakierisiko gibt es folgende Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung:

„In der Entwicklung verschiedener Erkrankungen scheint die frühkindliche Ernährung eine wichtige Rolle zu spielen. Zahlreiche Studienergebnisse sprechen dem Stillen einen präventiven Effekt zu, auch hinsichtlich der Entwicklung einer Zöliakie. Die aktuelle Empfehlung zur Einführung der Beikost bei Säuglingen besagt, glutenhaltige Beikost nicht vor dem 6. Lebensmonat in den Speisenplan einzuführen. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Mütter bereits abgestillt. Neue Studienergebnisse zeigen die Tendenz, dass sich bei Säuglingen mit genetischer Disposition für Zöliakie die Einführung von Gluten während der Stillphase als günstig erweist, und zwar im Zeitfenster zwischen dem 4. und dem 6. Lebensmonat des Säuglings. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund empfiehlt als Maßnahme zur Vorbeugung der Entwicklung einer Zöliakie, glutenhaltige Beikost in kleinen Mengen einzuführen, und zwar vorzugsweise, solange der Säugling noch gestillt wird. Offizielle Empfehlungen sind nach Auswertung der Studie PreventCD zu erwarten." (Das vollständige Presseinfo finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung)

Das heißt im Moment gehen die Empfehlungen eher in Richtung 4-6 Monat zur Gabe von Gluten beim gestillten Säugling (mit Zöliakierisiko) - bis mehr bekannt ist.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Deutschen Zöliakiegesellschaft.

Die Empfehlungen zur Allergieprävention haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Allergiegefährdet ist ein Kind, wenn ein Eltern- oder Geschwisterteil Asthma, Neurodermitis oder  Allergien auf Tierhaare,Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Nahrungsmittel hat.

Bei diesen Kindern gilt, dass ein Verzicht von bestimmten Lebensmitteln nicht zielführend ist. Auch Milch wird normal mit dem Milch-Getreide-Brei in die Beikost aufgenommen. Eine Gabe von HA-Nahrung ist also ebenfalls nicht mehr nötig.

In Bezug auf Allergien kann die Beikost schrittweise nach Vollendung des vierten Monats nach dem Schema des Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund aufgebaut werden. Weitere Informationen zur Vorbeugung von Allergien lesen Sie unter den Ernährungsinfos.

Für die individuelle Beratung bietet sich eine Ernährungsfachkraft an, die mit Ihrem Arzt zusammenarbeitet. Diese Beratung wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Adressen von allergologisch versierten Beratern erhalten Sie beim Arbeitskreis Diätetik in der Allergologie, beim Deutschen Allergie- und Asthmabund oder beim VDOe.

Alles Gute für Sie und Ihre Freundin.

Sonja Lämmel, Ernährungswissenschaftlerin

Curve Bottom Left