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Notwendigkeit

Liefern unsere Lebensmittel ausreichend Vitamine?


Oft ist zu hören, Nahrungsergänzungsmittel seien notwendig, damit wir genug Vitamine aufnehmen. Wie steht es tatsächlich um unsere Vitaminversorgung?

Waagschale mit Lebensmittel und Waagschale mit Nahrungsergänzungsmitteln
Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel?
(Foto: DAK/Scholz)
In der Berichterstattung in den Medien und in Werbeanzeigen entsteht immer wieder der Eindruck, unsere Lebensmittel seien nährstoffärmer als früher und in Deutschland herrsche ein "Vitaminmangel". Als eine Ursache wird genannt, die Böden seien als Folge der intensiven Landwirtschaft "ausgelaugt". In diesem Fall wären Nahrungsergänzungsmittel natürlich für alle Menschen sinnvoll. Diese Behauptungen halten allerdings einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Im Gegenteil: Der Nährstoffgehalt der Böden wird von Experten im Vergleich zu früher sogar als höher eingestuft. 

Auch tierische Produkte enthalten heute eher mehr Vitamine und Mineralstoffe als früher, weil aus Gründen der Tiergesundheit dem Tierfutter ausreichend hohe Vitamin- und Mineralstoffmengen beigemischt werden. Zudem können Nährstoffdaten aus früheren Jahren nicht mit solchen von heute verglichen werden, weil die Analyseverfahren heute erheblich feiner und spezifischer sind als früher. Insgesamt hat die Vitaminversorgung in Deutschland heute ganzjährig ein hohes Niveau erreicht. Mit Ausnahme der Vitamine D, Folsäure und eventuell Vitamin E ist die Versorgung im Mittel ausreichend, das heißt die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Mengen für die tägliche Zufuhr werden erreicht oder überschritten.


Wer die Empfehlungen nicht erreicht, hat noch keinen Mangel!

Kiste mit Lebensmitteln aus ökologischem LandbauEchte Vitaminmangelkrankheiten werden in Deutschland bei ansonsten gesunden Menschen nicht mehr beobachtet. Zu schnell wird von "Vitaminmangel" gesprochen, stellt die DGE fest, wenn die Nährstoffempfehlungen, die von der DGE als Referenzwerte bezeichnet werden, nicht erreicht werden. Diese Referenzwerte gibt es für Nährstoffe, jedes Vitamin und einige Mineralstoffe. Sie werden anhand von wissenschaftlichen Studien ermittelt und enthalten Sicherheitszuschläge von 20-30 Prozent. Die Menge ist so berechnet, dass sie nahezu alle Personen vor ernährungsbedingten Gesundheitsschäden schützt, für die volle Leistungsfähigkeit sorgt und eine gewisse Körperreserve schafft.

Da der menschliche Organismus über ein Anpassungsvermögen verfügt, ist eine strenge Einhaltung der Referenzwerte nicht erforderlich. Werden die Referenzwerte von einer Bevölkerungsgruppe im Durchschnitt nicht erreicht, besteht nicht zwangsläufig ein Mangel. Erst einmal liegt nur rein rechnerisch eine Unterschreitung der empfohlenen Menge vor, die einen Hinweis auf eine mögliche Unterversorgung gibt. Der Vitaminstatus einer einzelnen Person kann letztendlich nur durch Blutuntersuchungen festgestellt werden.


Referenzwerte nicht gleich Bedarf

Die Referenzwerte dürfen nicht mit Zahlen für den täglichen Bedarf verwechselt werden, die man als Pflicht-Werte täglich zu erfüllen hat. Es ist nicht möglich, den Vitaminversorgungszustand einer Person zu ermitteln, indem man die berechnete und empfohlene Vitaminzufuhr (= Referenzwert) miteinander vergleicht. Hierzu sind Blutuntersuchungen notwenig.

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