Anbautipp des Monats
November 2006
Sie haben einen kleinen Garten, viele "Gartenabfälle" und sind zudem noch experimentierfreudig? Dann probieren Sie es doch einmal mit einem Hoch- oder Hügelbeet. Jetzt ist die die richtige Jahreszeit für die Anlage dieser alternativen Beetformen, die neben vielen praktischen Vorteilen auch etwas fürs Auge bieten.
Hochbeete - Ihr Rücken wird es Ihnen danken
Der besondere Vorteil eines Hochbeets liegt im Rücken schonenden Arbeiten, weswegen Hochbeete vor allem bei älteren Menschen sehr beliebt sind. Doch damit es bei jüngeren Gärtnern erst gar nicht zu Rückenschmerzen kommt, empfiehlt es sich, schon sehr viel früher über ein Hochbeet nachzudenken. Auch Rollstuhlfahrern bietet ein Hochbeet die Möglichkeit, der geliebten Gartenarbeit nachzugehen.
Ein Hochbeet wird üblicherweise kastenförmig in Nord-/Südrichtung angelegt. Es sollte etwa zwei Armlängen breit sein, sodass man mit den Händen bequem bis zur Beetmitte reichen kann. Die Länge ist beliebig. Für die Beeteinfassung wird meist Holz in Form von Rund- oder Kanthölzern oder Holzbohlen verwendet. Alternativ kann jedoch auch Beton eingesetzt werden - zum Beispiel L-Betonsteine -, womit die Lebensdauer des Beets deutlich erhöht wird. Im Gartenfachhandel sind auch vorgefertigte Bausätze erhältlich, die zu Hause nur noch zusammengebaut werden müssen.
Wer sich für Holz als Material entscheidet, sollte es möglichst mit einem pflanzenverträglichen Imprägniermittel behandeln, um die Lebensdauer zu erhöhen. Auf Grund der hohen Widerstandsfähigkeit ist Lärchenholz zu empfehlen.
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Hochbeete ermöglichen ein Rücken schonendes Gärtnern (Foto: J. Planer)
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Gefüllt wird das Hochbeet mit gewöhnlicher Garten- und Komposterde. Alternativ kann man das Hochbeet aber auch
schichtweise mit Grünschnittresten, Laub und Kompost befüllen, wie es bei Hügelbeeten üblich ist (siehe Link unten). In den Herbstmonaten stehen diese "Gartenabfälle" in den meisten Gärten in ausreichender Menge zur Verfügung.
Hügelbeete - eine billige Alternative
Das Hügelbeet ist eine billige und weniger aufwändige Alternative zum Hochbeet. Ein besonderer Vorteil gegenüber Flach- und Hochbeeten ist die intensive Flächennutzung. Durch die wallartige Form ist die Anbaufläche um etwa ein Drittel größer und der günstige Lichteinfall erlaubt es, die Gemüsereihen etwas dichter als gewöhnlich zu pflanzen.
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Hügelbeet bepflanzt in Mischkultur (Foto: J. Planer)
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Im Hügelbeet können "Gartenabfälle" wie Baum-, Gras- und Strauchschnitt sowie Laub und Pflanzenreste sinnvoll verwertet werden, indem man sie schichtweise übereinander lagert. Durch die dabei entstehende Verrottungswärme steigt die Bodentemperatur um bis zu 8 Grad Celsius, wodurch die Vegetationsperiode um einige Wochen verlängert werden kann - ein Vorteil vor allem in kälteren Regionen. Außerdem ist Gemüse auf einem Hügelbeet weniger anfällig gegenüber Pilzkrankheiten, da der Boden schneller abtrocknet.
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Doch Vorsicht, die schnelle Abtrocknung bringt auch Nachteile mit sich: Im Sommer muss bei lang anhaltender Trockenheit mehr und regelmäßiger gegossen werden als auf Flachbeeten.
Die ideale Zeit für den Bau eines Hügelbeets ist der Spätherbst. Dann stehen die meisten der benötigten Materialien in ausreichenden Mengen zur Verfügung und das Beet kann bis zum Frühling noch etwas nachsacken. Für die Bepflanzung des Hügelbeets bietet sich die Mischkultur an, bei der verschiedene mit sich verträgliche Pflanzenarten in direkter Nachbarschaft angepflanzt werden. Eine genaue Anleitung zum Bau eines Hügelbeets sowie Tipps zur Bepflanzung und Pflege finden Sie unter dem Link "Hügelbeete - ideale Beetform für kleine Gärten".
Jörg Planer, Bonn