Lebensmittelinfektionen vorbeugen
Toxoplasmose und Listeriose - wie lassen sie sich vermeiden?
Toxoplasmose und Listeriose können dem Baby im Bauch ernsthaft schaden. Wer jedoch ein paar Empfehlungen wie den Verzicht auf Rohmilch beachtet, kann diese Infektionen ziemlich sicher vermeiden.
Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft schwächen die Immunabwehr und machen Schwangere empfänglicher für Infektionen. Besonders gefährlich sind Toxoplasmoseerreger und Listerien, weil sie die Plazentaschranke durchdringen und das ungeborene Kind schädigen können. Da diese Krankheitserreger durch Nahrung übertragbar sind, sollten Schwangere einige Lebensmittel meiden und bei der Lagerung sowie der Zubereitung von Speisen auf eine sorgfältige Küchenhygiene achten.
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Foto: © Leah-Anne Thompson - Fotolia.com
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Was sind Toxoplasmose-Erreger?
Toxoplasmose-Erreger sind Parasiten, die in erster Linie durch Kot von infizierten Katzen übertragen werden. Über den Katzenkot können die Erreger aber auch auf pflanzliche Lebensmittel (z. B. Blattsalat, Beeren) oder über Tierfutter in das Fleisch von Masttieren gelangen, wo sie lebensfähige Dauerformen bilden können. Toxoplasmose kann nur gefährlich werden, wenn sie in der Schwangerschaft das erste Mal auftritt; denn dann verfügt die Immunabwehr der Mutter noch nicht über Antikörper und die Erkrankung kann auf das Baby im Mutterleib übergehen. Liegen bereits Antikörper vor, sind Schwangere und ihr ungeborenes Kind geschützt.
Eine Toxoplasmose zeigt sich meistens durch Grippe-ähnliche Beschwerden und Schwellungen der Lymphknoten insbesondere im Nackenbereich, kann aber auch weitgehend ohne Symptome verlaufen. Normalerweise wird zu Beginn der Schwangerschaft ein Test auf Toxoplasmose-Antikörper durchgeführt. Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt, diesen Test alle acht bis zehn Wochen zu wiederholen. Sollte dabei eine Neuinfektion erkannt werden, können therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.
Wie Sie sich vor Toxoplasmose-Erregern schützen können
Zum Schutz vor einer Übertragung von Toxoplasmose-Erregern sollten Sie kein rohes, sondern nur durchgegartes Fleisch und erhitzte Fleischwaren essen. Pflanzliche Lebensmittel, die vor dem Verzehr nicht erhitzt werden, sollten Sie gründlich waschen oder schälen. Vermeiden Sie zudem den direkten Kontakt mit Katzenkot und waschen Sie nach der Gartenarbeit gründlich Ihre Hände.
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Rohen Schinken sollten Schwangere besser meiden (Foto: Arras).
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Was sind Listerien und wo kommen sie vor?
Listerien sind Bakterien, die praktisch überall zu finden sind, aber hauptsächlich durch Rohmilch und rohes Fleisch sowie durch leicht verderbliche Lebensmittel wie Frischkäse, Räucherfisch und Wurst übertragen werden. Schwangere haben gegenüber der Normalbevölkerung ein zwölffach erhöhtes Risiko für eine Listeriose. Die Erkrankung äußert sich durch Symptome eines grippalen Infektes wie mäßiges Fieber (> 38,5 °C), Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen. Auch Symptome einer Magen-Darm-Infektion sind möglich.
Listerien können bei der Gewinnung (also z. B. beim Melken oder Schlachten) oder bei der Verarbeitung in Lebensmittel gelangen. Dies kann aber auch bei geöffneten Verpackungen im Haushalt durch unhygienische Handhabung passieren, insbesondere bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie Sahne, Frischkäse, Feinkostsalaten und Fleischerzeugnissen. In pflanzlichen Lebensmitteln kommen Listerien selten in größeren Mengen vor, gelegentlich befinden sie sich auf der Oberfläche von Frischgemüse, vor allem auf Kopfsalat oder in vorgeschnittenen Salaten.
Wie Sie sich vor Listerien schützen können
Durch Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten oder Pasteurisieren werden Listerien abgetötet. Voraussetzung ist, dass für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 Grad Celsius im Kern des Lebensmittels erreicht wurde. Deshalb sind Listerien in wärmebehandelten (z. B. pasteurisierten) Milchprodukten und in erhitzten Fleischwaren nicht mehr vorhanden.

Parmesan ist lange gereift und daher für Schwangere unproblematisch. (Foto: © Liz Van Steenburgh - Fotolia.com)
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Auch lang gereifter Hartkäse wie Appenzeller, Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan enthält aufgrund seiner Reifezeit in der Regel keine Listerien mehr, selbst wenn der Käse aus Rohmilch hergestellt wurde. Da sich die Bakterien jedoch bei jedem Käse auf der Rinde ansiedeln können, sollte die Rinde grundsätzlich entfernt werden. Auf Weichkäse mit Rotschmiere sollten Schwangere aus diesem Grund generell verzichten.
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Die wirksamsten Methoden, sich vor Listerien zu schützen, sind der Verzicht auf Produkte aus rohem Fleisch und roher Milch sowie eine gute
Küchenhygiene.
Weiterhin ist Vorsicht bei diesen Lebensmitteln geboten:
Käse
- Verzichten Sie auf alle Schnitt- und Weichkäse, die mit der Beschriftung "aus Rohmilch" gekennzeichnet sind.
- Meiden Sie Weichkäse mit Rotschmiere (z. B. Limburger und Münster) sowie Sauermilchkäse (z. B. Harzer) auch dann, wenn sie aus pasteurisierter Milch sind.
- Entfernen Sie die Rinde bei allen Käsesorten - auch bei so wohlschmeckenden wie Camembert und Brie.
Wurst
- Kaufen Sie Wurst und Fleischwaren generell nur in kleinen Mengen und verbrauchen Sie diese in zwei bis drei Tagen.
- Lagern Sie Wurst und Fleischwaren gut verpackt im Kühlschrank.
- Achten Sie bei verpackten Fleischerzeugnissen bereits beim Einkauf darauf, dass die Verpackung unbeschädigt und das Produkt noch lange haltbar ist.
Fisch
- Meiden Sie alle geräucherten Fischerzeugnisse, insbesondere vakuumverpackten Räucherlachs und "Graved Lachs".
Gemüse, Salat, Obst
- Waschen Sie Gemüse, Salate und Obst vor dem Verzehr sorgfältig.
- Bereiten Sie Blattsalate selbst frisch zu.
- Verzichten Sie auf vorgeschnittene, verpackte Salate.
Weitere Details finden Sie in unserer Lebensmitteltabelle für Schwangere.
Tabelle öffnen (PDF-Datei, 35 kb)
Autorin: Dr. Maike Groeneveld, Bonn