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Häufige Probleme in der Schwangerschaft

Übelkeit, Verstopfung, Heißhunger, Blutarmut - was können Schwangere tun?


Schwanger - ein neuer und aufregender Lebensabschnitt beginnt. Der Körper passt sich der Situation an, der Hormonhaushalt stellt sich um. Übelkeit, Verstopfung oder Heißhunger können die Folgen sein. Doch dagegen lässt sich was tun.



Was hilft gegen Übelkeit?


Schwangere mit Tasse Tee
Ein Tasse Tee hilft bei Übelkeit (Foto: © Monkey Business - Fotolia.com).  
In der Frühschwangerschaft leiden fast 80 Prozent der Frauen aufgrund hormoneller Umstellungen unter Übelkeit und Erbrechen - häufig nur morgens, manchmal aber auch tagsüber. In der Regel verschwinden diese Beschwerden spätestens nach drei Monaten von selbst. Bis dahin hilft es, wenn Sie morgens noch im Bett eine Kleinigkeit essen, zum Beispiel einen Zwieback oder ein Knäckebrot, und ein wenig trinken. Geeignet sind ein Glas fettarme Milch oder eine Tasse Tee. Probieren Sie Ingwertee, denn Ingwer in Maßen - auch in frischer Form - kann Erleichterung bringen.
 
Essen Sie mehrmals am Tag kleinere Mahlzeiten. So können Sie Blutzuckerschwankungen vermeiden, die die Übelkeit gelegentlich verstärken. Vielleicht hilft es auch, abends vor dem Schlafen gehen noch eine Kleinigkeit zu essen, etwa einen Jogurt.

Sollten Sie sich übergeben müssen, achten Sie darauf, viel zu trinken, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust auszugleichen. Selten leiden Schwangere unter schwerem Erbrechen mit Gewichtsabnahme. In diesen Fällen ist unbedingt eine ärztliche Behandlung erforderlich.


Verstopfung muss nicht sein


Mehr als ein Drittel der schwangeren Frauen kennt das Problem: Die Verdauung gerät ins Stocken. Das liegt daran, dass nun das Schwangerschaftshormon Progesteron die Darmbewegungen etwas dämpft. Dennoch lässt sich vorbeugend einiges tun:

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot, Haferflocken, Müslis (möglichst ungezuckert), Naturreis oder Vollkornnudeln bringen den Darm in Schwung - ebenso wie Gemüse, Salat, Obst und Hülsenfrüchte. 
  • Regelmäßiges und ausreichendes Trinken (1,5-2 l am Tag) kann eine Verstopfung oft verhindern. Es darf ruhig auch mehr sein.
  • Viel und regelmäßig Bewegung. Das regt den Darm an.
Schale mit Müsli und Obst
Müsli bringt den Darm in Schwung
(Foto: © Lucky Dragon - Fotolia.com).
  • Leiden Sie bereits unter Verstopfung, bieten sich zusätzlich zur ballaststoffreichen Ernährung Milchzucker oder Flohsamenschalen als sanfte Verdauungshilfen an.
  • Probieren Sie auch milchsäurehaltige Lebensmittel wie Buttermilch, Jogurt oder Sauerkraut(saft). Frische oder getrocknete Pflaumen in Wasser eingeweicht helfen ebenfalls.
  • Morgens auf nüchternen Magen ein Glas (warmes) Wasser sowie kohlensäurehaltige Getränke unterstützen die Darmtätigkeit.

Klassische Abführmittel sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen, da einige nicht nur den Darm anregen, sondern auch unerwünschte Gebärmutterbewegungen verursachen.


Weitere Hinweise zum Thema Verstopfung finden Sie in der Rubrik Ernährungstipps bei Krankheiten.


Heißhungeranfälle - zulassen oder gegensteuern?


saure Gurke mit Schokocreme auf Gabel
Dem Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel können Schwangere ruhig nachgeben - in Maßen (Foto:
© Andreas Franke - Fotolia.com).
Die Lust auf saure Gurken verrät eine Schwangerschaft - sagt der Volksmund. Tatsächlich entwickeln viele Schwangere einen Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel. Dem Wunsch nach Herzhaftem können Sie in der Regel nachgeben - vorausgesetzt Sie halten die Menge so in Grenzen, dass es Ihnen noch gut bekommt. Naschereien liefern dagegen oft zu viele Kalorien mit zu wenig Nährstoffen, die Mutter und Kind gerade jetzt dringend benötigen. Sollten Sie regelmäßig mehr als eine Hand voll Süßes am Tag essen wollen, ist es besser, sich zu zügeln.  

Heißhungeranfälle können Sie vermeiden, indem Sie mehrmals am Tag kleine Mahlzeiten essen. Geeignet für zwischendurch sind ein Stück Obst oder Rohkost, aber auch ein paar ungesalzene Nüsse, ein Becher Jogurt oder eine Scheibe Knäckebrot.

Ein leicht gesüßter Pudding oder Quark mit Obst können den "Süßhunger" ebenfalls stillen. Achten Sie darauf, Ihre Hauptmahlzeiten optimal zusammenzustellen: Diese sollten neben Gemüse und Salat auch eiweißreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch, Geflügel und Fisch, etwas Fett (pflanzliches Öl) und eine Kohlenhydratquelle mit niedriger Blutzuckerwirksamkeit (z. B. Vollkornbrot, Naturreis, Vollkornnudeln) enthalten. So fühlen Sie sich lange angenehm satt. Gönnen Sie sich nach der Mahlzeit einen süßen Nachtisch oder eine kleine Süßigkeit und genießen Sie diese ganz bewusst.


Optimale Eisenzufuhr beugt Blutarmut vor


Die Zufuhrempfehlung für Eisen verdoppelt sich in der Schwangerschaft auf 30 Milligramm pro Tag. Gute Quellen sind magere Fleisch- und Wurstwaren, aber auch Hülsenfrüchte und Vollkorngetreideproduktebestimmte sowie bestimmte Obst- und Gemüsearten (z. B. Erdbeeren, Heidelbeeren, Broccoli und Mangold). Trockenfrüchte wie Pflaumen und Aprikosen sind ebenfalls reich an Eisen. Aus tierischen Lebensmitteln kann der Körper das Eisen besser verwerten als aus pflanzlichen. Um pflanzliches Eisen besser verwertbar zu machen, gibt es ein paar Tricks:
  • Essen Sie zu einer Speise Vitamin-C-reiche Lebensmittel wie eine Kiwi im Müsli, Zitronensaft im Salat oder Paprikarohkost zum belegten Brot. 
  • Außerdem verbessern Fleisch und Fisch die Ausnutzung des pflanzlichen Eisens in einer Mahlzeit. 
  • Trinken Sie Kaffee oder schwarzen Tee möglichst nicht zu den Mahlzeiten sondern dazwischen, da beides die Aufnahme von Eisen hemmt. 
  • Sollte sich Ihre Eisenversorgung dennoch verschlechtern, wird Ihnen Ihr Arzt ein geeignetes Präparat verschreiben.

Beispiele für eisenreiche Lebensmittel

1 Portion   enthält: 
Schweinefleisch (200 g)  2,0 mg 
Rindfleisch (200 g)  4,2 mg 
Hühnerbrust mit Haut (200 g)    2,2 mg 
Broccoli (140 g)  1,2 mg 
Mangold (140 g)  3,8 mg 
Grüne Bohnen (140 g)  1,0 mg 
Erdbeeren (125 g)  0,8 mg 
Heidelbeeren (125 g)  0,9 mg 
Aprikosen frisch (125 g)  0,8 mg 
Aprikosen getrocknet (25 g)  1,1 mg 
Linsen (50 g trocken) 4,0 mg 
Roggenvollkornbrot (1 Scheibe, 50 g)  3,3 mg
Weizenvollkornbrot (1 Scheibe, 50 g) 2,0 mg 
(Quelle: Souci Fachmann Kraut: Die Zusammensetzung der Lebensmittel,
Nährwerttabellen. MedPharm Scientific Publishers, 7. Aufl., 2008)


Dr. Maike Groeneveld, Bonn


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Artikel erstellt: 03.11.2008
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