Spezielle Sportlernahrung
Was bringen Powerriegel & Co?
Höher, schneller, weiter: Mit Powerriegeln, Kraftpulvern und Energydrinks versucht die Werbung, Sportler gezielt anzusprechen.
Spezielle Sportlerprodukte sollen, so die Werbeaussage, dem Sportler zu mehr Energie und größerer Leistung verhelfen. Dabei kann bei Sportlern der Eindruck entstehen, dass sie über ihre Nahrung nicht die "richtigen" oder zu wenig Nährstoffe zu sich nehmen. Doch das ist ein Trugschluss.
Iso- und Energydrinks - flüssige Energie?

Auch für Kinder eignet sich Mineralwasser
besser als ein Energydrink (Foto: © Michael Krinke - iStockphoto.com). |
Bei den auf dem Markt erhältlichen Sportlergetränken muss man zwischen den so genannten "Isodrinks" und den "Energydrinks" unterscheiden. Unter Isodrinks versteht man isotonische Durstlöscher, die dieselbe Konzentration an gelösten Stoffen aufweisen wie das Blut und deshalb schnell vom Körper aufgenommen werden. In der Regel bestehen solche Getränke aus Wasser, Mineralstoffen, Zucker oder Zuckeraustauschstoff, eventuell Vitaminen, Aromen und Farbstoffen. |
Oft haben diese Getränke einen stolzen Preis, darum sollten sich Sportler eher an die altbewährte Apfelschorle halten. Sie ist preisgünstig, kann Flüssigkeitsverluste optimal ausgleichen, versorgt den Körper mit neuer Energie und kommt zudem ohne jegliche Farbstoffe aus.
Während Isodrinks zwar nicht besser, aber auch nicht schlechter als Fruchtschorlen sind, sollte man "Energydrinks" lieber im Supermarktregal stehen lassen. Diese Getränke enthalten oft sehr viel Zucker; sie sind hyperton. Das heißt, dass in diesen Produkten deutlich mehr Stoffe gelöst sind als im Blut, wodurch sich die Aufnahme der Flüssigkeit ins Blut verzögert. Der Körper muss das hoch konzentrierte Getränk nämlich erst einmal verdünnen, bevor er es aufnehmen kann. Zudem enthalten Energydrinks Koffein, darum sollte man sie - ähnlich wie Kaffee - allenfalls als "Genussmittel", aber keinesfalls als Durstlöscher betrachten.
Sportlerriegel - geballte Power?
| Bei Sportlerriegeln lohnt sich der Blick aufs Etikett: Je nach Zusammensetzung sind sie wahre Kalorienbomben mit unter Umständen hohem Fettgehalt. In der Regel enthalten diese Riegel zwischen 200 und 400 Kalorien - also so viel wie eine kleine Mahlzeit. Wer nur gemäßigt Sport treibt und dem eigenen Energieumsatz entsprechend ausreichend Kalorien zu sich nimmt, muss damit rechnen, dass sich Sportlerriegel in Form von Fettpölsterchen ablagern. |

Sportlerriegel liefern oft zu viel Energie (Foto: DAK/ Hanuschke+Schneider). |
Anders verhält es sich, wenn sich der Kaloriengehalt der Riegel zu über 50 Prozent aus Kohlenhydraten zusammensetzt. Es sollten mindestens 4-mal so viele Kohlenhydrate wie Fette in dem Produkt enthalten sein. Solch "geballte" Energie kann für Sportler, die wie Bergsteiger oder Langstreckenradfahrer großen Belastungen ausgesetzt sind, von Nutzen sein. Für Freizeitsportler ist es weitaus empfehlenswerter, eine kohlenhydratreiche, annähernd fettfreie und vitamin- und mineralstoffreiche Banane zu essen.
Autorin: Katrin Niemann