Radionuklide
Atome mit instabilem Atomkern, die unter Abgabe radioaktiver Strahlen zerfallen. Alle Lebewesen, also auch alle pflanzlichen und tierischen Lebensmittel, enthalten natürliche Radionuklide (z. B. Kalium 40, Kohlenstoff 14, Tritium). Zum Teil sind sie noch von der Entstehung der Erde vorhanden, teilweise entstehen sie in der Atmosphäre ständig neu durch Kernreaktionen der kosmischen Strahlung mit Luftbestandteilen. Andere Radionuklide stammen aus künstlichen Quellen wie Kernwaffenversuchen (Cäsium 137, Strontium 90) oder dem Reaktorunfall von Tschernobyl (Cäsium 134 und 137, Jod 131).
Radionuklide aus den verschiedenen Quellen sind in Lebensmitteln, auf und im Boden sowie in Baumaterialien und in der Luft enthalten. Durch den Fallout von Tschernobyl sind heute nur noch Wildbret und Wildpilze (z. B. Maronen- und Rotfußröhrling) aus bestimmten Gebieten Süddeutschlands stärker mit Radiocäsium kontaminiert. Aber auch in importierten Pilzen aus baltischen oder südosteuropäischen Ländern werden erhöhte Werte gemessen. Den weitaus größten Anteil an der radioaktiven Kontamination von Lebensmitteln haben in Deutschland die natürlichen Radionuklide.