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Steigende Sortenvielfalt

Wie werden Kürbissorten gezüchtet?


Immer mehr zählt der schnelle wirtschaftliche Erfolg einer neuen Kürbissorte. Deswegen findet die Kürbiszüchtung weitestgehend als Hybridsorten-Züchtung statt.

 

In Deutschland findet praktisch keine nennenswerte, kommerzielle Kürbiszüchtung statt. Haupt-Züchterländer sind vielmehr die USA, Japan und Australien, sowie - in Sachen Ölkürbis - Österreich.
Die derzeit wichtigsten Züchterziele sind die Resistenz der Kürbispflanzen gegen einen Befall mit Pilzen des Echten Mehltau sowie frühzeitiger Fruchtansatz, Uniformität der Früchte und kompakter Pflanzenwuchs. Aber auch die schnelle Erweiterung des Sortenangebots spielt mittlerweile eine große Rolle, da die Kürbisnachfrage ansteigt. Besonders gefragt sind hier die dekorativen Sorten.
Kürbisse auf dem Feld (Foto: www.reinhard-tierfoto.de)
Kürbisse auf dem Feld (Foto: www.reinhard-tierfoto.de)

 

Hybride oder reinerbige Sorte?

Um für Kürbisse und auch generell eine so genannte Hybridsorte zu züchten, werden zwei Elternsorten miteinander gekreuzt, von denen sich der Züchter bestimmte Pflanzeneigenschaften erwartet. Das sind zum Beispiel eine bestimmte Fruchtform,  -farbe oder -größe oder auch der Erntezeitraum. Die an der Kreuzungspflanze entstehenden Früchte enthalten die Samen der neuen Hybridsorte mit den gewünschten Eigenschaften. Aus ihnen werden dann die neuen Kürbispflanzen gezogen. Eine erfolgreiche Hybridsorten-Züchtung kann etwa zwei bis drei Jahre dauern.

Die reifen Samen dieser neu gezogenen Pflanzen - also die der zweiten Generation - ergeben ausgesät aber nicht wieder Kürbisse mit den einheitlichen Merkmalen der Hybridsorte: Sie spalten wieder in verschiedene genetische Merkmale auf. Saatgut von Kürbis-Hybridsorten können also nicht zur ständigen Vermehrung einer bestimmten Sorte herangezogen werden.
Für den Züchter von Vorteil: Seine Züchtung ist geschützt und kann nur von ihm vermehrt werden. Der Nachteil: Er muss die Elternlinien für den Fortbestand seiner Züchtungen aufwändig aufrechterhalten.

 

Reinerbige Sortenzüchtung dauert Jahre

Um hingegen eine reinerbige Kürbissorte zu züchten, deren Samen zur ständigen Nachzucht verwendet werden können, benötigt der Züchter stolze fünf bis sechs Jahre Zeit.
Bei der eigentlichen handwerklichen Züchterarbeit werden von der Mutterpflanze die männlichen Blüten entfernt und die verbleibenden weiblichen Blüten mit den Pollen der Vaterpflanze aufwändig von Hand bestäubt. Diese Arbeit ist inzwischen aufgrund der geringeren Personalkosten meist nach Südamerika oder China verlagert worden.

Autor: Engelbert Kötter, Walldürn-Rippberg


Stand: 30.08.2006
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