Maßnahmen zur Allergieprävention
Wie kann man Allergien vorbeugen?

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Mehr als ein Drittel aller Kinder vor der Pubertät sind von einer Allergie betroffen - mit weiterhin steigender Tendenz! Damit es gar nicht erst zu einer Allergie kommt, können bereits für Säuglinge vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.
Sinnvoll eingesetzte Maßnahmen können das Auftreten von frühkindlichen Lebensmittel-Allergien und Neurodermitis in den ersten drei bis fünf Lebensjahren um etwa die Hälfte verringern. Ein Restrisiko bleibt allerdings. Es ist jedoch ein Unterschied, ob das Kind im ersten Lebensjahr beispielsweise an einer starken Neurodermitis leidet oder als Zweijähriger mit einem leichten Ausschlag auf den Verzehr von Hühnereiern reagiert.
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Die Empfehlungen im Überblick
Die wichtigsten Maßnahmen zur Allergie-Vorbeugung im Einzelnen
Nicht rauchen und auch Passivrauch meiden
Rauchen und Passivrauchen erhöhen das Allergierisiko, insbesondere das Asthmarisiko, und sind daher zu vermeiden. Dies gilt vor allem auch während der Schwangerschaft.
Vier Monate ausschließlich stillen
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Allergiegefährdete Säuglinge sollten wie alle Säuglinge die ersten vier Monate ausschließlich gestillt werden. Ist Stillen nicht möglich oder reicht die Muttermilch nicht aus, können zur Allergie-Vorbeugung spezielle Ersatznahrungen (Hydrolysatnahrung, siehe unten) eingesetzt werden. Welche Nahrung für den nicht gestillten Säugling geeignet ist, richtet sich nach Alter und Allergierisiko. Dies ist mit dem Arzt abzuklären.
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Sojamilch wird aufgrund des Gehalts an so genannten Phytoöstrogenen (natürlich vorkommende pflanzliche Hormone) für Säuglinge nicht mehr empfohlen.
Falls Stillen nicht möglich, Hydrolysatnahrungen (nach Absprache mit dem Kinderarzt) in den ersten vier Monaten
Bei allergiegefährdeten Kindern ist eine Hydrolysatnahrung für die ersten vier Monate sinnvoll. Je nach Alter und Allergierisiko wird eine teil- oder vollhydrolysierte Nahrung empfohlen.
Im Einzelfall sollten die Eltern gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, welche Ersatznahrung für ihren allergiegefährdeten Säugling geeignet ist.
Beikost nicht zu früh beginnen
Die Beikost kann nach Vollendung des vierten Lebensmonats beginnen. Nach neusten Empfehlungen ist ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel im Rahmen der Beikost nicht sinnvoll.
Für allergiegefährdete Säuglinge gelten die selben Empfehlungen bezüglich der Zusammensetzung der Beikost wie für nicht allergiegefährdete Säuglinge. Es gibt Hinweise, dass der Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen vorbeugenden Effekt auf die Allergieentstehung hat.

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Ab Anfang des fünften Monats kann langsam und schrittweise, wie bei allen Säuglingen, mit der Beikost begonnen werden. Die Zusammensetzung und Auswahl der einzelnen Komponenten sollte so einfach wie möglich sein. Der Säugling benötigt keine Vielfalt in seinem Nahrungsangebot, wie es sich manch Erwachsener wünscht. Um zu überprüfen, ob die Lebensmittel verträglich sind, wird alle paar Tage ein neues Lebensmittel (z. B. Karotten) eingeführt. |
Allergenarme Diät während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfehlenswert
Nach heutigem Kenntnisstand wird von einer allergenarmen Diät der Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten. Neue Untersuchung zeigen, dass der Verzehr von Fisch während dieser Zeit einen vorbeugenden Effekt bezüglich der Allergieentwicklung des Kindes haben kann.
Schimmelpilzarme Umgebung
Ein Innenraumklima, das Schimmelpilzwachstum begünstigt, also hohe Luftfeuchtigkeit und zu wenig Belüftung ist zu meiden.
Keine felltragenden Haustiere, speziell Katzen in der Wohnung halten
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Felltragende Tiere, speziell Katzen sollten nicht in Haushalten mit allergiegefährdeten Säuglingen gehalten werden. Die Mehrheit der aktuellen Studien sehen in der Katzenhaltung einen Risikofaktor für die Allergieentstehung. Die Hundehaltung ist wahrscheinlich nicht mit einem höheren Risiko verbunden.
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Empfohlene Schutzimpfungen durchführen
Alle Kinder, auch Allergie gefährdete, sollen nach dem Impfkalender der STIKO (Ständige Impfkommission) regelmäßig geimpft werden.
Impfkalender der Ständigen Impfkommission als pdf (55 kb) herunterladen
Sie haben noch Fragen zum Thema?
Ernährungsberaterinnen beantworten Ihre Fragen im Expertenforum "Allergien vorbeugen" - innerhalb von 48 Stunden und kostenlos.
Autorin: Sonja Lämmel, Mönchengladbach