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Maßnahmen zur Allergieprävention

Wie kann man Allergien vorbeugen?


Baby Porträt
Foto: © Katherine MacLeod / Fotolia.com

Mehr als ein Drittel aller Kinder vor der Pubertät sind von einer Allergie betroffen - mit weiterhin steigender Tendenz! Damit es gar nicht erst zu einer Allergie kommt, können bereits für Säuglinge vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.

Sinnvoll eingesetzte Maßnahmen können das Auftreten von frühkindlichen Lebensmittel-Allergien und Neurodermitis in den ersten drei bis fünf Lebensjahren um etwa die Hälfte verringern. Ein Restrisiko bleibt allerdings. Es ist jedoch ein Unterschied, ob das Kind im ersten Lebensjahr beispielsweise an einer starken Neurodermitis leidet oder als Zweijähriger mit einem leichten Ausschlag auf den Verzehr von Hühnereiern reagiert.

 

Die Empfehlungen im Überblick

 

Die wichtigsten Maßnahmen zur Allergie-Vorbeugung im Einzelnen

 

Nicht rauchen und auch Passivrauch meiden

Rauchen und Passivrauchen erhöhen das Allergierisiko, insbesondere das Asthmarisiko, und sind daher zu vermeiden. Dies gilt vor allem auch während der Schwangerschaft.

 

Vier Monate ausschließlich stillen

Allergiegefährdete Säuglinge sollten wie alle Säuglinge die ersten vier Monate ausschließlich gestillt werden. Ist Stillen nicht möglich oder reicht die Muttermilch nicht aus, können zur Allergie-Vorbeugung spezielle Ersatznahrungen (Hydrolysatnahrung, siehe unten) eingesetzt werden. Welche Nahrung für den nicht gestillten Säugling geeignet ist, richtet sich nach Alter und Allergierisiko. Dies ist mit dem Arzt abzuklären.

Baby wird gestillt
Foto: © Pavel Losevsky / Fotolia.com

Sojamilch wird aufgrund des Gehalts an so genannten Phytoöstrogenen (natürlich vorkommende pflanzliche Hormone) für Säuglinge nicht mehr empfohlen. 

 

Falls Stillen nicht möglich, Hydrolysatnahrungen (nach Absprache mit dem Kinderarzt) in den ersten vier Monaten

Bei allergiegefährdeten Kindern ist eine Hydrolysatnahrung für die ersten vier Monate sinnvoll. Je nach Alter und Allergierisiko wird eine teil- oder vollhydrolysierte Nahrung empfohlen.


Was sind Hydrolysatnahrungen?

Bei einer Hydrolysatnahrung wurden die Eiweißbestandteile, die in der Regel die Allergie auslösen, durch spezielle Verfahren aufgespalten. Dadurch wirken sie weniger Allergie auslösend.

H.A.-Nahrungen sind so genannte Teilhydrolysate, deren Eiweißbestandteile weniger allergen sind – Experten sprechen von hypoallergen. Daher stammt auch die verkürzte Bezeichnung H.A.-Nahrung.

Dem gegenüber stehen die Vollhydrolysate, in denen die Eiweiße noch stärker aufgespalten wurden. Sie lösen bei den meisten Kindern keine Allergie mehr aus. Vollhydrolysate sind allerdings nur in Apotheken erhältlich und sehr teuer. Sie werden hauptsächlich bei einer Milcheiweißallergie verwendet. In diesem Fall übernehmen die Krankenkassen oftmals die Kosten.

Im Einzelfall sollten die Eltern gemeinsam mit dem Arzt entscheiden, welche Ersatznahrung für ihren allergiegefährdeten Säugling geeignet ist.

 

Beikost nicht zu früh beginnen

Die Beikost kann nach Vollendung des vierten Lebensmonats beginnen. Nach neusten Empfehlungen ist ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel im Rahmen der Beikost nicht sinnvoll.

Für allergiegefährdete Säuglinge gelten die selben Empfehlungen bezüglich der Zusammensetzung der Beikost wie für nicht allergiegefährdete Säuglinge. Es gibt Hinweise, dass der Fischkonsum im ersten Lebensjahr einen vorbeugenden Effekt auf die Allergieentstehung hat.

Frau füttert Baby
Foto: © Franz Pfluegl / Fotolia.com
Ab Anfang des fünften Monats kann langsam und schrittweise, wie bei allen Säuglingen, mit der Beikost begonnen werden. Die Zusammensetzung und Auswahl der einzelnen Komponenten sollte so einfach wie möglich sein. Der Säugling benötigt keine Vielfalt in seinem Nahrungsangebot, wie es sich manch Erwachsener wünscht. Um zu überprüfen, ob die Lebensmittel verträglich sind, wird alle paar Tage ein neues Lebensmittel (z. B. Karotten) eingeführt.

 

Allergenarme Diät während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfehlenswert

Nach heutigem Kenntnisstand wird von einer allergenarmen Diät der Mutter in der Schwangerschaft und Stillzeit abgeraten. Neue Untersuchung zeigen, dass der Verzehr von Fisch während dieser Zeit einen vorbeugenden Effekt bezüglich der Allergieentwicklung des Kindes haben kann.

 

Schimmelpilzarme Umgebung

Ein Innenraumklima, das Schimmelpilzwachstum begünstigt, also hohe Luftfeuchtigkeit und zu wenig Belüftung ist zu meiden.

 

Keine felltragenden Haustiere, speziell Katzen in der Wohnung halten

Felltragende Tiere, speziell Katzen sollten nicht in Haushalten mit allergiegefährdeten Säuglingen gehalten werden. Die Mehrheit der aktuellen Studien sehen in der Katzenhaltung einen Risikofaktor für die Allergieentstehung. Die Hundehaltung ist wahrscheinlich nicht mit einem höheren Risiko verbunden.

Kleinkind in Badewanne streckt Hand nach Katze aus
Foto: © Sven Baehren / Fotolia.com

Empfohlene Schutzimpfungen durchführen

Alle Kinder, auch Allergie gefährdete, sollen nach dem Impfkalender der STIKO (Ständige Impfkommission) regelmäßig geimpft werden.

Impfkalender der Ständigen Impfkommission als pdf (55 kb) herunterladen


Ist die übertriebene Hygiene Schuld an Allergien?

Putzzeug
Foto: © Mark Huls / Fotolia.com
Ein Erklärungsmodell für die Zunahme von Allergien geht von folgender Vermutung aus: Übertriebene Sauberkeit verhindere die Auseinandersetzung des Immunsystems mit "schädlichen" Substanzen und unterfordert folglich das Abwehrsystem. Aus Langeweile reagiert das Immunsystem dann auf harmlose Stoffe in der Nahrung und der Umwelt.

Bestätigt wird diese Erklärung durch die Tatsache, dass Kinder von Bauerhöfen 15-mal seltener an Heuschnupfen oder Asthma erkranken als andere.

Sie haben noch Fragen zum Thema?

Ernährungsberaterinnen beantworten Ihre Fragen im Expertenforum "Allergien vorbeugen" - innerhalb von 48 Stunden und kostenlos.

 

Autorin: Sonja Lämmel, Mönchengladbach

 

Weitere Informationen zum Thema

Stand: 29.06.2011
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