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Schwangerschaftsdiabetes - Krankheitsbild und Ernährung

Schwangerschaftsdiabetes - wie wird er erkannt und behandelt?


Oft unmerklich entwickelt sich in der Schwangerschaft ein Diabetes. Dieser kann sich auf die Mutter, aber auch auf das Kind negativ auswirken.

Schwangerschaftsdiabetes, in der Fachsprache Gestationsdiabetes genannt, ist eine Form der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), die erstmals während der Schwangerschaft auftritt und zu den häufigsten Komplikationen gehört. Starkes Übergewicht und eine familiäre Vorbelastung mit Diabetes begünstigen diese Störung der Blutzuckerregulation. Meistens verschwindet sie wieder nach der Geburt des Kindes. Aber das Risiko, in den Jahren nach der Schwangerschaft einen Diabetes - meist vom Typ-2 - zu entwickeln, ist für die betroffenen Frauen höher, wenn sie übergewichtig sind. Demzufolge helfen eine Gewichtsabnahme und ein aktiver Lebensstil, gesund zu bleiben.  freudige Schwangere
Foto: © soschoenbistdu - Fotolia.com 


Mögliche Folgen des Schwangerschaftsdiabetes


Ein Schwangerschaftsdiabetes bedeutet unter anderem, dass Betroffene leichter an Harnwegsinfekten und an Bluthochdruck erkranken können. Für das Baby kann eine unbehandelte Zuckerkrankheit der Mutter sogar lebensgefährlich sein. Häufig zeigt das Kind im Mutterleib eine Wachstumsstörung, einen so genannten Großwuchs. Kinder von Müttern mit einem unzureichend behandelten Schwangerschaftsdiabetes haben außerdem ein erhöhtes Risiko, bereits in der Pubertät Übergewicht oder eine Zuckerkrankheit zu entwickeln. Gründe genug, um rechtzeitig vorzubeugen.


Wie wird der Diabetes festgestellt?


Störungen der Blutzuckerregulation werden meist nicht bemerkt. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt deshalb, bei allen Schwangeren zwischen der 24. und 28. Woche einen Zuckerbelastungstest (Glukose-Screening-Test oder einen Glukosetoleranz-Test) durchzuführen. Zu diesem Zweck muss die Schwangere in der Arztpraxis eine standardisierte Traubenzuckerlösung trinken. Danach bestimmt der Arzt über einen Zeitraum von ein bis zwei Stunden den Verlauf des Blutzuckerspiegels. Viele Frauenarztpraxen bieten den Test routinemäßig an, der allerdings derzeit meist privat bezahlt werden muss.

Ärztin erläutert Patientin Unterlagen
Foto: DAK/Wigger 

Liegt einer der folgenden Risikofaktoren vor, sollte der Test schon im ersten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt werden:

  • Übergewicht (Body-Mass-Index größer als 27)
  • Diabetes bei Eltern/Geschwistern
  • Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft
  • Geschwisterkind, das bei der Geburt schwerer als 4.500 Gramm war
  • vorherige Totgeburt
  • mehr als drei Fehlgeburten nacheinander 

Besteht der Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes überweist der Frauenarzt die Schwangere an eine diabetologische Schwerpunktpraxis beziehungsweise einen Facharzt für Diabetes (Diabetologie) zur weiteren Behandlung.


 

Worauf sollten betroffene Frauen bei der Ernährung achten?


Ziel der Therapie nach der Diagnose "Schwangerschaftsdiabetes" ist, dass sich die Blutzuckerwerte möglichst schnell wieder normalisieren und ohne größere Schwankungen einpendeln. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung sind die ersten Maßnahmen. Sie führen meist schon zum Erfolg, den jede Frau durch regelmäßige Messungen ihres Blutzuckerspiegels selbst prüfen kann. Bei Übergewicht könnte eine Gewichtsabnahme zwar die Blutwerte verbessern, sie ist jedoch in der Schwangerschaft nicht wünschenswert. In diesem Fall ist ein langsamer Gewichtsanstieg von maximal einem Kilogramm pro Monat anzustreben. Neben dem Frauenarzt sollte eine diabetologische Schwerpunktpraxis aufgesucht werden, in der qualifizierte Diabetesberater die Therapie begleiten. Die Ernährung bei Diabetes unterscheidet sich grundsätzlich nicht von einer augewogenen Ernährung.



So vermeiden Sie zu starke Blutzuckerschwankungen:


  • Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel, täglich mehrere Portionen Gemüse, Salate, Obst und Vollkornprodukte sowie ein- bis zweimal pro Woche Hülsenfrüchte. 
  • Kombinieren Sie kohlenhydrathaltige Lebensmittel mit Eiweißträgern wie fettarmer Milch und fettarmen Milchprodukten, Fleisch, Fisch und Eiern. 
  • Tauschen Sie Auszugsmehlprodukte wie Weißbrot und Nudeln durch Vollkornprodukte aus. 
  • Essen Sie Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis nur in kleinen Mengen. 
  • Meiden Sie mit Zucker gesüßte Lebensmittel und Getränke wie Süßigkeiten, Kuchen, Limonaden und Fruchtsäfte.
     

Foto: © Monkey Business - Fotolia.com 
Und: Die sprichwörtlichen 1.000 (flotten) Schritte nach dem Essen helfen, optimale Blutzuckerwerte zu erreichen. Weiterhin sind Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Radfahren geeignet.

Sollte sich der Blutzuckerspiegel trotz dieser Maßnahmen nicht innerhalb von zwei Wochen normalisieren, kann es zeitweilig notwendig werden, Insulin zu spritzen.

Weitere Informationen zum Thema Diabetes mellitus finden Sie in der Rubrik Ernährungstipps bei Krankeiten.


Dr. Maike Groeneveld, Bonn

Weitere Informationen zum Thema

Artikel erstellt: 03.11.2008
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