C wie Cadmium
Cadmium
Schwermetall, das als Nebenprodukt bei der Zinkverhüttung entsteht und zur Herstellung von Nickel-Cadmium-Batterien und Farbpigmenten verwendet wird. In die Atmosphäre und von dort in den Boden gelangt es bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Müll; mit Phosphatdüngern, Klärschlämmen und Bioabfallkomposten wird es direkt in den Boden eingebracht. Der industrielle Cadmiumverbrauch und die Emissionen sowie der Eintrag über Düngemittel sind in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Als Folge verringerten sich auch die Cadmiumgehalte verschiedener pflanzlicher und tierischer Lebensmittel.
Pflanzen nehmen das Schwermetall hauptsächlich über die Wurzeln aus dem Boden auf, sodass auch gründliches Waschen den Cadmiumgehalt der Lebensmittel nicht senken kann. Größere Mengen können bestimmte Wildpilze (Anisegerling, Schafegerling, Riesenchampignon), Erdnüsse und Leinsamen enthalten. Die Aufnahme von Cadmium in den Körper ist um so größer, je stärker der Leinsamen zerkleinert ist und damit bei geschrotetem Leinsamen am höchsten.
Bei den tierischen Lebensmitteln weisen Leber und Nieren von Rindern und Schweinen relativ hohe Cadmiumkonzentrationen auf. Seefisch ist gering belastet, dagegen enthalten Krebstiere und Muscheln mehr Cadmium. Tintenfisch ist nur dann stark mit Cadmium verunreinigt, wenn er nicht gründlich ausgenommen wurde, also noch Reste von Eingeweiden enthält.
Die ersten Symptome einer akuten Cadmiumvergiftung können Erbrechen, Übelkeit und Kopfschmerzen sein. Eine chronische Cadmiumvergiftung kann zu Nierenschäden, Bluthochdruck, Leberschäden und Osteoporose führen. Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass Cadmium beim Menschen Krebs erregend wirkt. Die EG-Kontaminantenverordnung (1881/2006) legt für Fleisch, Fisch, Getreide, Gemüse und Obst Cadmium-Höchstgehalte fest. Laut Trinkwasser-Verordnung sind maximal 0,005 Milligramm Cadmium pro Liter Trinkwasser zulässig.
Campylobacter
Bakterien, die in Geflügelfleisch und -innereien, Rohmilch und Trinkwasser vorkommen können. Schon geringe Keimzahlen lösen eine Erkrankung mit Durchfall, Fieber und Erbrechen aus. Campylobacter vermehren sich im Lebensmittel, wenn dieses erwärmt, aber nicht vollständig erhitzt wird.
Chlormequat
Wachstumsregulator, der für den Getreideanbau zugelassen ist und dort zur Halmfestigung eingesetzt wird. Die Substanz stört die Erregungsübertragung zwischen Nerven und Muskeln und führt im Tierversuch unter anderem zu Muskelschwäche und Krämpfen. Anfang des Jahres 2002 wurden sowohl in Bundmöhren aus Italien als auch in Babygläschen mit Birnen Rückstände von Chlormequat gefunden, die die zulässigen Höchstmengen vom 0,05 mg/kg Möhren bzw. 0,01 mg/kg Babynahrung zum Teil deutlich überschritten. Der Einsatz des Wachstumsregulators im Gemüse- und Obstanbau ist verboten. Werden Birnbäume einmal mit dem Mittel gespritzt, ist es noch jahrelang in den Früchten nachweisbar.
Clenbuterol
Beta-Agonist, Tierarzneimittel, das in höheren Dosen das Muskelwachstum beschleunigt und damit zu einem höheren Fleischanteil führt. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Anwendung von Clenbuterol EU-weit verboten.
Cumarin
Natürlicher Aroma- und Duftstoff, den viele Pflanzen enthalten. In höheren Konzentrationen kommt er in bestimmten Zimtsorten vor, die unter „Cassia-Zimt“ bekannt sind, aber auch in Waldmeister oder Steinkleekraut. Bei besonders empfindlichen Personen kann Cumarin schon in kleinsten Mengen reversible Leberschädigungen verursachen. Cumarin wirkt zudem als Gegenspieler von Vitamin K, es hemmt die Bildung von Gerinnungsfaktoren und damit die Blutgerinnung. Die Verwendung stark cumarinhaltiger Essenzen in Lebensmitteln ist in Deutschland verboten. In Zimtgebäck hatte die Lebensmittelüberwachung 2006 Mengen festgestellt, die weit über den zulässigen 2 mg/kg Lebensmittel lagen. Teils sehr hohe Cumarin-Gehalte weisen außerdem Zimtkapseln auf. Beim regelmäßigen Verzehr von Zimtkapseln kann nach derzeitigem Wissensstand ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden (BfR 2006). Zimtkapseln werden als Diätetisches Lebensmittel oder als Nahrungsergänzungsmittel zur Blutzuckersenkung bei Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Die Hersteller empfehlen eine tägliche Langzeitdosis im Grammbereich, obwohl die Unbedenklichkeit einer solchen Zimtdosis bislang nicht nachgewiesen wurde. Nach Auffassung des BfR ist zudem die Blutzuckersenkende Wirkung nicht hinreichend belegt.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Special "Zimt".